Eine neue Studie der Universität Leipzig hat davor gewarnt, dass fast die Hälfte aller Online-Glücksspiele in Deutschland immer noch bei nicht lizenzierten Anbietern stattfindet. Viele Spieler versuchen ihr Glück bei alternativen Plattformen.
Die Studie wurde vom Deutschen Online Casino Verband (DOCV) und dem Deutschen Sportwettenverband (DSWV) in Auftrag gegeben. Sie wurde von dem Wirtschaftswissenschaftler Gunther Schnabl von der Universität Leipzig verfasst.
Darin heißt es, dass der im Juli 2021 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag sein Hauptziel verfehlt, nämlich sicherzustellen, dass das gesamte Online-Glücksspiel auf lizenzierten Seiten stattfindet.
DOCV und DSWV haben daher die deutsche Glücksspielregulierungsbehörde (GGL) aufgefordert, regulierte Casinos wettbewerbsfähiger zu machen. Die GGL ist aus dem Vierten Staatsvertrag hervorgegangen.

Der Glücksspielstaatsvertrag, der im Juli 2021 in Kraft getreten ist, ist eine bundeseinheitliche Regelung für das Glücksspiel in Deutschland. Er löst den vorherigen Glücksspielstaatsvertrag aus dem Jahr 2012 ab und bringt eine Reihe von Änderungen und Neuerungen mit sich.
Eines der wichtigsten Ziele des neuen Staatsvertrags ist es, das Angebot an Online-Glücksspielen zu regulieren. Hierfür werden unter anderem Maßnahmen wie eine zentrale Sperrdatei für Online-Glücksspielanbieter, die Einführung von Einzahlungslimits und eine stärkere Überwachung von Spielverläufen und -verhalten vorgesehen. Die Sperrdatei soll dabei gewährleisten, dass Personen, die sich selbst vom Glücksspiel ausgeschlossen haben, auch bei anderen Anbietern von Sportwetten keine Möglichkeit haben zu spielen.
Eine weitere wichtige Neuerung betrifft den Bereich der Sportwetten: Anders als Wettanbieter ohne Oasis, also Plattformen mit einer ausländischen Lizenz, müssen Anbieter von Sportwetten künftig in Deutschland eine Lizenz beantragen, um ihre Dienste anbieten zu können. Hierfür wird es einen neuen Veranstaltervertrag geben, der die Bedingungen für die Vergabe der Lizenzen festlegt. Auch die Besteuerung von Sportwetten soll neu geregelt werden.
Insgesamt zielt der neue Glücksspielstaatsvertrag darauf ab, den Spielerschutz zu stärken und eine einheitliche Regelung für alle Bundesländer zu schaffen. Durch die Regulierung des Online-Glücksspiels und die Begrenzung von Glücksspielangeboten soll außerdem der Gefahr von Spielsucht und Geldwäsche vorgebeugt werden.
Die Studie definiert eine illegale Seite anhand von mehreren Schlüsselkriterien. Erstens, dass das Angebot von einer deutschen IP-Adresse aus erreichbar ist, ohne dass ein VPN verwendet wird. Zweitens muss das Angebot in deutscher Sprache verfügbar sein und drittens muss die Seite bei der Registrierung die deutsche Adresse des Nutzers akzeptieren.
Dem Bericht zufolge lag die Kanalisierungsrate von Spielern in den regulierten Regionen im März 2023 bei 50,7 %. Bei den Schwarzmarktseiten entfielen 28,9 % des Verkehrs auf nicht lizenzierte EU-Anbieter und 19,9 % auf nicht lizenzierte Offshore-Anbieter.
Die Studie schätzt, dass drei Viertel der Online-Einnahmen auf dem Markt von Anbietern im ausländisch generiert werden, was zu einem Verlust von Hunderten von Millionen Euro an Steuereinnahmen jährlich führt.
Es gibt verschiedene Gründe, warum Spieler es vorziehen könnten, bei ausländisch Wettanbietern zu spielen. Einer der wichtigsten ist die größere Auswahl an Wettoptionen und höheren Quoten. Da sich Wettanbieter mit einer deutschen Lizenz an bestimmte Regeln halten müssen, können sie daher möglicherweise nicht die gleiche Vielfalt an Wettoptionen und Quoten anbieten wie Anbieter von europäisch Sportwetten.
Natürlich gibt es auch Spieler, die einfach nur nach Abwechslung suchen und gerne bei verschiedenen Wettanbietern spielen. Durch die Nutzung von unabhängigen Anbietern können sie auf eine breitere Auswahl an Angeboten und Möglichkeiten zugreifen und ihre Wettstrategie möglicherweise verbessern.
Schließlich gibt es auch viele Spieler, die nicht einmal wissen, dass es eine Unterscheidung zwischen lizenzierten und unabhängigen Anbietern gibt. Sie wählen einfach den Wettanbieter, der ihnen am meisten zusagt oder von dem sie gehört haben. In diesem Fall ist es besonders wichtig, sich über die Seriosität und Zuverlässigkeit des Anbieters zu informieren, um mögliche Betrugsfälle zu vermeiden.
Der Bericht stellt fest, dass die Popularität der europäisch Sportwetten aufgrund des leichten Zugangs für die Spieler nach wie vor einflussreich ist. Hinzu kommt die Verbreitung von Online-Werbung, die von nicht lizenzierten Marken betrieben wird.
Der Bericht hebt auch hervor, dass übermäßige Beschränkungen von Einsatzlimits und Boni die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen, so dass die Spieler nach flexibleren Alternativen wie eben Wettanbietern suchen.
Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die deutschen Aufsichtsbehörden die Maßnahmen zum Spielerschutz, einschließlich Limits, Spielersperren und Hilfsangeboten, weiter verstärken. Letzte Woche hat die Drogenbeauftragte des Bundestages in einer separaten Studie auf das Problem des problematischen Glücksspiels hingewiesen.
In der vom Bundestag in Auftrag gegebenen Studie wird festgestellt, dass 2,3 % der deutschen Bevölkerung zwischen 18 und 70 Jahren an Glücksspielproblemen leiden. In absoluten Zahlen entspricht dies 7,7 % aller Glücksspieler bzw. 1,3 Millionen Menschen insgesamt.
Aus der Studie geht auch hervor, dass Spielautomaten in Deutschland den größten Anteil an problematischem Glücksspiel haben. Insgesamt ergab die Studie, dass vier von 10 Spielern an Geldspielautomaten ein Schadensrisiko darstellen.
Infolge der Ergebnisse haben der DOCV und der DSWV dringende Maßnahmen zur Lösung des Problems gefordert.In dem vorgelegten Aktionsplan wird eine Überprüfung der derzeitigen Regelungen durch die GGL gefordert. Gleichzeitig wird in dem Bericht eine stärkere Zusammenarbeit zwischen der regulierten Branche, der GGL, politischen Gremien und Interessengruppen gefordert.
Darüber hinaus schlägt der Bericht ein verbessertes Steuersystem sowie eine flexiblere Regulierung vor. Man hofft, dass dadurch die Attraktivität der lizenzierten Anbieter in Deutschland für die Spieler erhöht wird und diese sich weniger bei europäisch Anbietern anmelden.
Auf der Behörden Spiegel’s Bundeskonferenz zum Glücksspielwesen im vergangenen Monat wurden die Teilnehmer vor der Bedrohung gewarnt, die der Schwarzmarkt mit Sportwetten für die Spieler darstellt. Auf der Veranstaltung sagte Wes Himes, Exekutivdirektor für Standards und Innovation beim Betting and Gaming Council, dass der beste Weg, den illegalen Markt zu bekämpfen, die Schaffung eines "wettbewerbsfähigen regulierten Marktes" sei.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nicht lizenzierte und nicht regulierte Wettanbieter auf dem deutschen Markt stark vertreten sind. Auch wenn auf dem Gebiet der Regulierung einige Fortschritte erzielt wurden, greifen Spieler aus verschiedenen Gründen weiterhin auf Anbieter von europäisch Sportwetten zu.
Ein einheitlicheres Steuersystem und flexible Regelungen für lizenzierte Wettanbieter würden dazu beitragen, den Einfluss illegaler Anbieter in Deutschland zu verringern. Alles in allem wirft diese Studie ein Licht auf wichtige Fragen, mit denen sich sowohl die Regulierungsbehörden als auch die Spieler konfrontiert sehen, und sollte bei den
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